Schlagwort-Archiv Glaubenssätze

Glaubenssätze Teil 2

Glaubenssätze und Persönlichkeitsentwicklung – Teil 2

Glaubenssätze reflektieren, die eigene Persönlichkeit stärken

Teil II der Mini-Reihe zum Thema Glaubenssätze behandelt die Möglichkeiten der Reflexion. Gezielte Fragen schaffen Klarheit über unsere Generalisierungen. Es lassen sich positive Leitgedanken verstärken, negative erkennen, aufbrechen und neue positive Glaubenssätze schaffen.

Kurzer Rückblick

Wie in Teil I “Glaubenssätze und Persönlichkeitsentwicklung” beschrieben, wirken sich Glaubenssätze unterschiedlich auf unseren Handlungen aus. Sie können limitierend oder positiv unterstützend sein.
Zwanghafte oder nicht zu unseren Wertevorstellungen passende Glaubenssätze tun uns nicht gut. Sie können gesundheitsschädlich sein. Demgegenüber haben positive Glaubensätze eine beflügelnde, wohltuende Wirkung.

Mein Glaubenssatz Guide

Was sind deine Glaubenssätze, sind sie positiv oder eher negativ für dein Verhalten und Wohlbefinden, wie lassen sich einschränkende Glaubenssätze erkennen und auflösen, sind Fragen, die der nachfolgende Guide aufzeigt.

Es sind nicht die Dinge selbst,
die uns beunruhigen,
sondern die Vorstellungen und
Meinungen von diesen Dingen.

Epiktet

(1) Glaubenssätze erkennen und notieren.

Dir sind bereits eigene Glaubenssätze bekannt und bewusst; dann schreibe sie dir direkt auf.
Fällt es dir hingegen schwer oder möchtest du weitere aufdecken, nimm dir etwas Zeit. Achte in einem abgesteckten Zeitraum (z.B. 1 Woche) auf markante Sprichwörter oder Phrasen, die du benutzt. Hilfreich ist es sich an Themen zu orientieren: Familie, Freunde, Gesundheit, Beziehung, Erfolg, deine Reaktion auf Emotionen oder persönliche Ziele.
Vielleicht hilft es dir weitere Synonyme des Begriffs Glaubenssatz zu kennen, unter denen sie du verpackst: Eigene Sprichwörter, Dogmen, feste Meinungen, innerliche Überzeugungen. Sie alle haben gemeinsam, dass sie verallgemeinern.

Du benötigst mehr Input? Dann frag Freunde oder Familie, welche Glaubenssätze sie meinen von dir zu kennen.

(2) Überprüfe deine Glaubenssätze auf Gültigkeit.

Haben meine Glaubenssätze immer Gültigkeit, ohne Ausnahme?
Stimmen meine Glaubenssätze (noch)?
Sind sie für mich eher förderlich oder eher hinderlich?
Welche Auswirkungen hat dieser Glaubenssatz auf mein Verhalten?
Passen sie zu meinen Einstellungen und Werten?

Notiere dir zu deinen Glaubenssätzen die Antworten auf diese Fragen.

(3) Glaubenssätze umformulieren.

Aufbauend auf Punkt (2) sammle Gegenbeispiele und Ausnahmen für deine Glaubenssätze, die du verändern möchtest.
Konzentriere dich auf ein paar Glaubenssätze, um es dir nicht zu schwer zu machen.

Achte in deinem Alltag auf kleine Ausnahmen und Gegenbeispiele. Schreibe dir diese auf.

Beispiel “Ich darf keine Fehler machen.”

Haben meine Glaubenssätze immer Gültigkeit, ohne Ausnahme?
Nein, ich kenne Ausnahmen aus meinem Leben, wo es anders lief.

Stimmen meine Glaubenssätze (noch)?
Der Satz wurde mir in meiner Kindheit vermittelt. Er stimmt nur noch bedingt für mich.

Sind sie für mich eher förderlich oder eher hinderlich?
Ich bin öfters gehemmt durch diesen Gedanken.

Welche Auswirkungen hat dieser Glaubenssatz auf mein Verhalten?
Entscheidungen fallen mir mitunter schwer, da ich keine Fehler begehen möchte.

Formuliere nun deinen Glaubenssatz positiv um und zwar so das er dich in deinem Verhalten sowie in Bezug auf deine Werte und Einstellungen bestärkt. Es geht dabei nicht um eine 180 Grad Drehung. Heißt es sollte nicht dein Ziel sein nur noch Fehler zu begehen. Eine Umformulierung könnte sein:

„Fehler sind Möglichkeiten zu lernen.“

(4) Was sind positive Effekte durch die Transformation?

Wenn du Lust hast, überprüfe die möglichen Effekte deines veränderten Glaubenssatzes. So kannst du diesen besser annehmen und verankern. Je mehr du deinen angepassten Satz im Kopf hast, desto eher wird er dein Denken und somit dein zukünftiges handeln beeinflussen.
Hierzu kannst du dir folgende Fragen stellen:
Welche neue Möglichkeiten und Chancen eröffnen sich für mich?
In welchen Situationen kann sich mein Verhalten ändern?
Welche positiven Auswirkungen hätte mein verändertes Verhalten?

Alles was wir sind,
ist das Resultat dessen,
was wir gedacht haben.

Buddha

Gerne unterstütze ich dich bei deinem Vorhaben Glaubenssätze zu identifizieren und zu verändern. Als zertifizierter Coach kann ich dich auf diesem Weg begleiten und wertvolle Tipps und Anregungen geben, damit du dein Vorhaben erfolgreich umsetzen kannst.

Bei Interesse melde dich über unser Kontaktformular oder unter der E-Mail s.schnee@schneeundhansemann.de

Sebastian Schnee


Mehr Blogbeiträge gibt es hier!

Glaubenssätze

Glaubenssätze und Persönlichkeitsentwicklung – Teil I

Was Glaubenssätze bewirken

Glaubenssätze sind ein fester Bestandteil unserer Persönlichkeit und begleiten uns ein Leben lang. Sie werden in der Kindheit geprägt. Sie können uns bestärken und uns hemmen. In beruflichen, privaten und verschiedenen weiteren Kontexten entfalten sich unsere Glaubenssätze. Sie wirken sich auf unsere Verhaltensweisen, Ansichten und Interaktionen aus.

Glaubenssätze als Lebensregeln: Was ist darunter zu verstehen?

Glaubenssätze sind unsere persönlichen Grundannahmen respektive Generalisierungen. Wir glauben an etwas aus unbewussten Überzeugungen, das wir für wahr halten.
Anders ausgedrückt: Wir haben ein Urteil gefällt und glauben diesem – ohne es möglicherweise zu hinterfragen. Es ist mehr oder weniger fest in uns verankert. Wir können die Welt unter Betrachtung unserer Glaubenssätze verfälscht wahrnehmen. Ihren Ursprung haben sie in ganz persönlichen Kontexten oder sie entspringen dem Kollektiv. Wir haben sie beispielsweise von unseren Eltern oder Vorbildern übernommen, später sind sie zudem von unserer Sozialisation geprägt.

Typische Sätze aus der Kindheit können uns prägen

Unsere Glaubenssätze entwickeln sich im Laufe unseres Lebens. Eine prägende Zeit nimmt die frühe Kindheit ein. Hier hören wir bestimmte Glaubenssätze immer wieder, folgen diesen mitunter und eignen sie uns an: “Erst die Arbeit, dann das Vergnügen”, “Jungen weinen nicht”, “du darfst das nicht”. Diese leitenden Regeln, die wir mitbekommen, gelten für uns häufig bis ins Erwachsenenalter oder gar bis zu unserem Lebensende. Die scheinbar unsichtbaren Leitlinien prägen uns im Verlauf des Lebens zunehmend, ohne dass wir deren Richtigkeit kennen oder beweisen können. Mitunter gelten sie für uns als einzige Sichtweise auf Dinge.

Einige typische Sätze, die wir vielleicht aus unserer Kindheit kennen und die uns möglicherweise auch in der Gegenwart begegnen:

“Alles wird gut.”

“Du musst dich nur anstrengen, dann kannst du alles schaffen.”

“Ich bin nicht gut genug.”

“Erst die Arbeit, dann das Vergnügen.”

“Ohne Fleiß kein Preis.”

“Du kannst dich nur auf dich selbst verlassen.”

“Eigenlob stinkt.”

“Im Leben gibt es nichts geschenkt.”

“Du kannst alles schaffen, was du willst.”

Allerdings gilt es festzuhalten, dass Glaubenssätze keine fest manifestierten, unveränderbaren Regeln sind. Sie können sich im Laufe des Lebens unbewusst verändern. Darüber hinaus – und das ist eine sehr wichtige Erkenntnis – lassen sie sich gezielt durch Selbstreflexion erkennen und anpassen (mehr hierzu in Teil II).

Wie wirken sich die Glaubenssätze auf unser Leben aus und sind sie immer schlecht oder bieten sich möglicherweise Chancen?

Chancen und Risiken: Was bewirken Glaubenssätze?

Glaube kann Berge versetzen, ist ein bekanntes Zitat. Das Zitat zeigt die Macht von Glauben auf. Denn Glaubenssätze – auch wenn in diesem Zusammenhang oftmals die negativen Aspekte zuerst und vermehrt beleuchtet werden – besitzen eine enorme Kraft.
Wir können durch positive, uns bestärkende Grundannahmen über uns hinaus wachsen. Beruflicher Erfolg, glückliche Beziehungen und persönliche Meilensteine können sich einstellen. Dies kann zu mehr Zufriedenheit und Ausgeglichenheit führen.

Demgegenüber können uns Glaubenssätze in unserem Verhalten, sozialen Interaktionen oder im Berufsleben einschränken und hemmen. Negative Folgen können sich in Unzufriedenheit oder fehlendem Verständnis für das Verhalten anderer widerspiegeln. Mitunter könnte es sogar passieren, dass wir uns Lebensperspektiven verbauen und unsere freie Entfaltung verhindern.

Glaubenssätze können, müssen aber nicht, kleinen wie großen Einfluss auf unser Leben haben. Eigene Wert- und Zielvorstellungen spielen eine wichtige Rolle. Passen diese mit unseren Grundannahmen überein, bestärken uns jene Glaubenssätze et vice versa.

Wie beschrieben, können wir an unseren Glaubenssätzen arbeiten und diese verändern. Wir haben es selbst in der Hand die Auswirkungen von Glaubenssätzen in die eine oder andere Richtung zu beeinflussen.

Fortsetzung folgt…

Teil II der Mini-Reihe zum Thema Glaubenssätze behandelt die Möglichkeiten der Reflexion. Gezielte Fragen schaffen Klarheit über unsere Generalisierungen. Es lassen sich positive Leitgedanken verstärken, negative erkennen, aufbrechen und neue positive Glaubenssätze schaffen.


Mehr Blogbeiträge gibt es hier!

1