Schlagwort-Archiv BGM

Return on Investment

Return on Investment – BGM (6/6)

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In das betriebliche Gesundheitsmanagement zu investieren, heißt in den Unternehmenserfolg zu investieren.

In den vorangegangen Beiträgen haben wir über Methoden und Bausteine zum Arbeitsschutz, dem Eingliederungsmanagement (BEM) und der betrieblichen Gesundheitsförderung (BGF) berichtet. In diesem Beitrag nehmen wir den Return on Investment unter die Lupe. In dessen Zuge stellen wir den Mehrwert des betrieblichen Gesundheitsmanagements (BGM) dar.

Return on Investment (ROI) nachgewiesen.

Der Return on Investment (ROI) ist eine betriebswirtschaftliche Kennzahl, die die Rendite einer unternehmerischen Tätigkeit beschreibt. Dabei wird der Gewinn im Verhältnis zum eigensetzten Kapital gemessen (Kosten-Nutzen-Verhältnis).

Zahlreiche Untersuchungen belegen einen positiven Return on Investment (ROI) für Aufwendungen zur betrieblichen Gesundheitsförderung
(https://www.dguv.de/de/praevention/praev_lohnt_sich/wirtschaftlichkeit/wirtschaftlichkeit-unternehmen/index.jsp [Online Zugriff: 18.01.2021] und Odermatt, D. (2020). Wirksamkeit von betrieblichem Gesundheitsmanagement (BMG) auf Produktivität, Return on Investment (ROI) und Absentismus; Hauptgründe für BGM aus Unternehmenssicht).

Die Initiative Gesundheit und Arbeit (IGA) weist in ihrem Report „Wirksamkeit und Nutzen betrieblicher Prävention“ (vgl. https://www.iga-info.de/veroeffentlichungen/igareporte/igareport-28/ (Online Zugriff 18.01.2021)) auf einen positiven Return on Investment ROI hin, z.B. im Rahmen einer Senkung von krankheitsbedingter Fehlzeiten.

Außerdem verweist die IGA auf weitere Maßnahmen, die sich besonders rentieren:

• Ursachenorientierte Maßnahmenableitung
(Risiko- bzw. Gefährdungsbeurteilungen)
• Beteiligung der Beschäftigen in den Prozess
• Verknüpfung verhaltens- und verhältnispräventiver Ansätze
• Organisatorische Ansätze der Maßnahmenplanung (z.B. Einführung BEM)

Value on Investment (VOI) – ein weiteres Argument zu investieren.

VOI-Modelle machen es Unternehmen möglich, den Zusammenhang von Initiativen und Programmen hinsichtlich einer größeren Zahl von Leistungsindikatoren zu evaluieren. Leistungsindikatoren im Sinne des Value on Investment sind u.a. Motivation und Zufriedenheit, Leistungsbereitschaft, gesundheitliche Risiken und die Lebensqualität der Mitarbeiter.

Ozminkowski et al. (vgl. Beyond ROI: Using Value of Investment to Measure Employee Health and Wellness (2016), https://deepblue.lib.umich.edu/bitstream/handle/2027.42/140193/pop.2015.0160.pdf?sequence=1 (Online Zugriff: 18.01.2021)) haben in ihrer Untersuchung einen Value on Investment (VOI) von gesundheitsfördernden Maßnahmen nachgewiesen.

Erfolgsfaktoren eines positiven ROI und VOI

Als wesentlicher Erfolgsfaktor für einen positiven ROI und VOI ist die individuelle Konzeptgestaltung zu nennen. Die Prozesse und Strukturen müssen branchenspezifisch, an die aktuelle Geschäftssituation und vorhandene Belegschaft angepasst werden. Eine offene Unternehmenskommunikation, die Partizipation der Belegschaft und eine gemeinsame Wertebasis bilden Erfolgsfaktoren für ein nachhaltiges BGM ab!


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Betriebliche Gesundheitsförderung

Betriebliche Gesundheitsförderung – BGF (5/6)

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Betriebliche Gesundheitsförderung als dritte Säule des BGMs

Die betriebliche Gesundheitsförderung bildet die dritte Säule eines ganzheitlichen BGMs. Die betriebliche Gesundheitsförderung steht für Inhalte und Methoden im Unternehmen, die das Ziel verfolgen Belastungen zu reduzieren und Ressourcen aufzubauen. Das oberste Ziel ist die Stärkung der Gesundheitskompetenz der Mitarbeiter.

Betriebliche Gesundheitsförderung

Die Gesundheitskompetenz umfasst Wissen, Motivation und Fähigkeiten relevante Gesundheitsinformationen zu finden, zu verstehen und umzusetzen. Diese Kompetenz befähigt Mitarbeiter selbstständig Gesundheitsressourcen aufzubauen und Belastungen zu reduzieren.

Workshops, Coaching und Fortbildungen als Instrumente der betrieblichen Gesundheitsförderung

Die Schulung der Gesundheitskompetenz erfolgt mittels Workshops, Coachings oder Fortbildungen. Bei der Auswahl geeigneter Methoden ist die Beteiligung der Belegschaft ein entscheidender Faktor. Die Partizipation sorgt für eine höhere Akzeptanz und eine verbesserte Beteiligung an Angeboten zur betrieblichen Gesundheitsförderung.

Die 4 Bausteine der betrieblichen Gesundheitsförderung
4 Bausteine BGF

Grundsätzlich lassen sich Maßnahmen zur Gesundheitsförderung in vier Bereiche einordnen.

1. Bewegung

Die Bewegung beeinflusst auf physischer und psychischer Ebene die Gesundheit und damit verbunden auch die Leistungsfähigkeit der Mitarbeiter. Mögliche Angebote sind z.B. Yoga, Pilates oder eine „bewegte Pause“.

2. Denken

Stress entsteht im Kopf. Mentale Stressbewältigungskompetenzen helfen stressverschärfende Gedanken zu reduzieren. Der Blick auf die „Inneren Antreiber“ und „mentalen Leitsätze“ beeinflussen das Denken und unsere Gesundheit positiv (Blogeintrag Glaubenssätze lesen). Angebote in Form eines „Stressmanagements“ helfen, Stress spürbar zu reduzieren und Handlungskompetenzen zur Stressbewältigung zu entwickeln.

3. Entspannen

Durch Entspannung lässt sich Stress und dadurch die Gefahr an Burn-Out zu erkranken signifikant reduzieren und das schon präventiv. Workshops wie Autogenes Training, Zeitmanagement oder Progressive Muskelentspannung sind geeignete Angebote.

4. Ernährung

Die Ernährung beeinflusst die Gesundheit eines Menschen im hohen Maße. Ernährungsberatung, Aufklärung, gesunde Angebote und Schulungen sorgen für ein verbessertes Bewusstsein und Essverhalten der Mitarbeiter. Gemeinsame „Kochworkshops“ stärken zudem das Teamgefüge.

Das Zusammenspiel der Bausteine entscheiden über den Erfolg!

Die betriebliche Gesundheitsförderung kann nur gelingen, wenn alle Bereiche gleichermaßen angesprochen werden. Punktuell, ohne Konzept, Maßnahmen anzubieten haben einen kurzfristigen Effekt. Um nachhaltig die Gesundheit der Mitarbeiter zu fördern, sind langfristige Konzepte und Maßnahmen zu entwickeln, die alle Bereiche gleichermaßen ansprechen.

Eine weiter Facette der betrieblichen Gesundheitsförderung sind Angebote zum „Gesunden Führen“. Führungskräfte können die Gesundheit der Belegschaft positiv beeinflussen. Kommunikation und Führung als Schlüsselkompetenzen einer Führungskraft führen zu einer gesunden Belegschaft und damit auch zu leistungsfähigen Mitarbeitern (Blogeintrag Gesundes Führen lesen).

Betriebliche Gesundheitsförderung zahlt sich aus. Der letzte Teil der Reihe nimmt den Return on Investment unter die Lupe und veranschaulicht, warum ein Investment sinnvoll ist.


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Betriebliches Eingliederungsmanagement

Betriebliches Eingliederungsmanagement – BEM (4/6)

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Betriebliches Eingliederungsmanagement als zweite Säule des BGMs

Das betriebliche Eingliederungsmanagement, nach überstandener Krankheit bzw. im Zuge einer langanhaltenden Krankheit, ist ein wesentlicher Baustein eines ganzheitlichen BGMs. Es bietet einen strukturieren Ablauf zur Wiedereingliederung, der es ermöglicht individuelle Maßnahmen für die betroffene Person zu erarbeiten und umzusetzen.

BEM
Verpflichtung des Arbeitgebers ein betriebliches Eingliederungsmanagement anzubieten

Die gesetzlichen Vorschriften ergeben sich aus § 167 SGB IX (vgl. https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_9_2018/__167.html (Online Zugriff 19.01.21)): Demnach ist das Ziel des Eingliederungsmanagements die Beschäftigten arbeitsfähig zu erhalten oder wieder arbeitsfähig zu machen. Der Arbeitgeber ist dazu verpflichtet nach einer festgelegten sechswöchigen Frist innerhalb von 12 Monaten bei Abwesenheit durch Krankheit ein Eingliederungsverfahren anzubieten. Dem Betroffenen ist es selbst überlassen an der Maßnahme teilzunehmen. Es besteht keine gesetzliche Verpflichtung seitens des Arbeitnehmers.

Prozesskette im betrieblichen Eingliederungsmanagement
Prozess BEM

Möchte man das BEM als Prozess umsetzen, hat sich folgendes Vorgehen etabliert:

Phase 1: Feststellung einer Arbeitsunfähigkeit von mehr als sechs Wochen

In der ersten Phase soll die Arbeitsunfähigkeit durch die Geschäftsleitung oder Personalabteilung festgestellt werden. Dabei ist es zweitrangig, um welche Art von Krankheit es sich handelt oder ob die sechswöchige Frist am Stück oder verteilt über ein Jahr zustande kam.

Phase 2: Erstkontakt mit dem Betroffenen herstellen

In der zweiten Phase soll die betroffene Person über die Einleitung und das Angebot informiert werden. Dabei soll in Form eines Informationsschreibens die Ziele, der Datenschutz und das Prinzip der Freiwilligkeit erläutert werden und zum „Erstgespräch“ eingeladen werden.

Phase 3: Erstgespräch führen

In diesem Gespräch geht es vor allem darum, eine Vertrauensbasis zu schaffen und das betriebliche Eingliederungsmanagement als Hilfestellung anzubieten und dessen Nutzen zu erläutern. Das Gespräch dient nicht der Krankheitsdiagnose, sondern gesundheitsfördernde Ressource seitens des Unternehmens aufzuzeigen, um den Weg zurück in die Arbeitswelt zu erleichtert.

Phase 4: Fallbesprechung

Ziel ist es, einen Plan für die Wiedereingliederung zu entwickeln. Dabei können weitere Akteure wie die Mitarbeitervertretung, die Fachkraft für Arbeitssicherheit oder die Personalabteilung hinzugezogen werden.

Phase 5: Konkrete Maßnahmen des betrieblichen Eingliederungsmanagements vereinbaren

Es wird ein verbindlicher Maßnahmenplan vereinbart, der sich nach den individuellen Bedürfnissen des Betroffenen und des Unternehmens richtet. Die Partizipation bei der Entwicklung der Maßnahmen durch den Betroffenen gilt als Erfolgsfaktor für einen erfolgreichen BEM-Prozess.
Um die Maßnahmen umsetzen zu können, sollte ein Verantwortlicher bestimmt werden, der für die Koordination der Maßnahmenumsetzung zuständig ist.

Phase 6: Maßnahmen umsetzen

Alle am Prozess beteiligten Personen sorgen für eine konstruktive Umsetzung der Maßnahmen. Der Betroffene soll in dieser Phase begleitet und unterstützt werden. Der Fortschritt und die Umsetzung müssen dokumentiert werden.

Phase 7: Wirkung der Maßnahmen überprüfen

Anhand von messbaren Kennzahlen, wie z.B. Fehlzeitenquoten, sollen die Maßnahmen auf ihre Wirksamkeit überprüft werden. Regelmäßige Feedbackgespräche mit dem Betroffenen helfen die subjektive Wahrnehmung über den Erfolg der Maßnahmen widerspiegeln zu können.

Kommunikation und Struktur als Erfolgsfaktoren des betrieblichen Eingliederungsmanagements

Der BEM-Prozess bietet sowohl dem Arbeitgeber als auch dem Arbeitnehmer eine klare Struktur zur Wiedereingliederung. Diese Struktur gibt Sicherheit und bietet eine Kommunikationsgrundlage. Eine offene Unternehmenskommunikation, ein gutes Arbeitsklima und eine vertrauensvolle Wertebasis unterstützen den BEM-Prozess. Sie sind wesentliche Erfolgsfaktoren für ein gelungenes BEM.

Der kommende Beitrag der Reihe befasst sich mit der Thematik der betrieblichen Gesundheitsförderung. Diese ist eine weitere Säule des BGMs.


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Arbeitsschutz

Arbeitsschutz – die Gesundheit der Belegschaft schützen (3/6)

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Arbeitsschutz als erste Säule des BGMs

Die Maßnahmen und Richtlinien von Arbeitsschutz ergeben sich aus dem Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG). Nach § 2 (1) Arbeitsschutzgesetz (vgl. https://www.gesetze-im-internet.de/arbschg/__2.html (Online Zugriff 18.01.2021)) “ist jeder Arbeitgeber verpflichtet Maßnahmen zur Verhütung von Unfällen bei der Arbeit sowie Maßnahmen für eine menschengerechte Gestaltung der Arbeit zu treffen.” Darüber hinaus ist nach § 4 Nr. 1 ArbSchG (https://www.gesetze-im-internet.de/arbschg/__4.html (Online Zugriff 18.01.2021)) “die Arbeit so zu gestalten, dass eine Gefährdung für das Leben sowie physische und psychische Gesundheit möglichst vermieden und die verbleibende Gefährdung möglichst gering gehalten werden.” Demnach ist ein Unternehmen dazu verpflichtet Gesundheitsgefährdungen am Arbeitsplatz zu beurteilen und über geeignete Schutzmaßnahmen zu entscheiden.

Arbeitsschutz
Gefährdungsbeurteilung als zentrales Instrument des Arbeitsschutzes

Als zentrales Instrument des Arbeitsschutzes gilt die Gefährdungsbeurteilung. Sie dient der systematischen Betrachtung von Gefährdungen und Belastungen am Arbeitsplatz mit dem Ziel mögliche Belastungsfaktoren frühzeitig zu identifizieren und geeignete Maßnahmen zu entwickeln.

Der Ablauf einer Gefährdungsbeurteilung ist klar strukturiert und muss dokumentiert werden. Folgendes Vorgehen ergibt sich aus dem Arbeitsschutzgesetz:

  1. Vorbereitung der Gefährdungsbeurteilung
  2. Ermittlung der Gefährdungen
  3. Beurteilen der Gefährdungen
  4. Festlegen konkreter Schutzmaßnahmen
  5. Durchführung der Maßnahmen
  6. Maßnahmen auf Wirksamkeit überprüfen
  7. Fortschreiben der Gefährdungsbeurteilung
Ablauf Gefährdungsbeurteilung

Dieser Prozess sollte regelmäßig für alle Bereiche in einem Unternehmen durchgeführt werden, um ggf. auf Veränderungen der Arbeitsstrukturen reagieren zu können und frühzeitig potenzielle Belastungsquellen zu identifizieren. Es empfiehlt sich Unterstützung von einem neutralen externen BGM-Manager zu suchen, um die Gefährdungsbeurteilung durchzuführen. Der objektive Blick auf ein Unternehmen und die Neutralität gegenüber der Belegschaft und Geschäftsführung kann dazu führen, bisher unerkannte Gefährdungsquellen zu identifizieren und geeignete Maßnahmen zu entwickeln.

Stetige Überprüfung der Maßnahmen im Arbeitsschutz

Ein wichtiger Schritt, der in vielen Gefährdungsbeurteilungen im Unternehmensalltag zu kurz kommt, ist die Überprüfung der Maßnahmen auf ihre Wirksamkeit. Dabei ist es wichtig über einen längeren Zeitraum die Wirksamkeit z.B. hinsichtlich der Arbeitszufriedenheit, der Krankheitsstände oder der Unfallzahlen zu überprüfen. Des Weiteren gilt es zu prüfen, ob durch neue Maßnahme andere Gefahrenquellen entstanden sind. Es empfiehlt sich eine Person (z.B. den Arbeitsschutzbeauftragten) die Aufgabe zu übertragen, diese Kontrollen durchzuführen.

Schulungen und Sicherheitskleidung als Maßnahmen im Arbeitsschutz

Zum Arbeitsschutz gehören, neben der Gefährdungsbeurteilung, auch Schulungen zur Arbeitssicherheit und branchenspezifisches Tragen von Sicherheitskleidung oder Sicherheitsschuhen.

Arbeitsschutz zur Steigerung von Leistung und Produktivität

Die gesetzliche Verankerung verpflichtet den Arbeitgeber dazu in den Arbeitsschutz der Belegschaft Zeit zu investieren. Darüber hinaus ist es aus rein wirtschaftlicher Perspektive sinnvoll in den Arbeitsschutz zu investieren. Die Vermeidung von Fehlzeiten durch gesundheitsgerechtes Arbeiten fördert die Leistungsfähigkeit der Belegschaft. Zudem erhält das gesundheitsgerechte Arbeiten die Mitarbeiter länger im Beruf. Vor allem mit Blick auf den demografischen Wandel ist dies ein entscheidender Faktor.

Der kommende Beitrag der Reihe befasst sich mit der Thematik des betrieblichen Eingliederungsmanagements. Dieses ist eine weitere Säule des BGMs.


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Betriebliches Gesundheitsmanagement

Betriebliches Gesundheitsmanagement – Einführen und umsetzen (2/6)

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Was ist das betriebliche Gesundheitsmanagement?

Nach der Definition der Techniker Krankenkasse verfolgt das betriebliche Gesundheitsmanagement das Ziel Strukturen, Rahmenbedingungen und Prozesse innerhalb eines Unternehmens so zu entwickeln, dass Arbeit und Organisation gesundheitsförderlich gestalten werden können. Die Beschäftigen sollen zu einem gesundheitsförderlichen Verhalten befähigt werden mit dem Ziel die eigene Gesundheit zu erhalten.
(vgl. https://www.tk.de/firmenkunden/service/gesund-arbeiten/betriebliche-gesundheitsfoerderung/betriebliches-gesundheitsmanagement/was-ist-bgm-2077348 (Online Zugriff 15.12.2020))

Fälschlicherweise wird das BGM und das BGF oftmals miteinander gleichgesetzt. Das BGF beschreibt die betriebliche Gesundheitsförderung. Darunter fallen Maßnahmen, die die Gesundheit der Beschäftigten stärken sollen. Das BGF ist als eine Art Säule des BGMs anzusehen, auf die wir im späteren Verlauf noch näher eingehen werden. Das BGM hingegen beschäftigt sich mit den Strukturen und Prozessen eines Unternehmens.

Wie kann ein betriebliches Gesundheitsmanagement schrittweise aufgebaut und langfristig etabliert werden?

Bei der Einführung eines ganzheitlichen BGMs sollte ein Arbeitskreis gegründet werden in dem Verantwortungen und Aufgaben festgelegt werden. Wir empfehlen folgende Personen im Gesundheitsgremium zu beteiligen:

  • Geschäftsführung
  • Personalabteilung / Organisationsentwicklung
  • Betriebsrat / Mitarbeitervertretung
  • Arbeitsschutzbeauftragter
  • Betriebsarzt
  • Gleichstellungsbeauftrag

Ziel des Gesundheitsgremiums ist es eine Strategie zu entwickeln, die an die Bedarfe und Gegebenheiten des Unternehmens ausgerichtet ist. Was wollen wir? BGM zeichnet sich vor allem durch ein strukturiertes und zielgerichtetes Vorgehen aus. Im Idealfall werden Hauptziele festgelegt, die in kleinere Ziele unterteilt werden können. Z.B. Arbeitsbedingungen gesünder gestalten oder die Arbeitszufriedenheit der Belegschaft verbessern.

Im nächsten Schritt sollte der Ist-Zustand analysiert werden. Dazu können unterschiedliche Erhebungsmethoden genutzt werden. Beispielsweise in Form eines Fragebogens zur Einschätzung des subjektiven Gesundheitszustandes oder eine Mitarbeiterbefragung zu den gesundheitlichen Strukturen im Unternehmen. Auf jeden Fall sollte auch auf bereits bekannte Zahlen zurückgegriffen werden. Zum Beispiel die Fehlzeiten oder die Krankenreporte der Krankenkassen.

Ist-Zustand als Grundlage zur Maßnahmenentwicklung

Auf der Grundlage des Ist-Zustands können Maßnahmen konzipiert werden, die dazu dienen konkrete Ziele zu erreichen.
Ein veranschaulichendes Beispiel:
Das übergeordnete Ziel lautet „Arbeitsbedingungen gesünder zu gestalten“.
Eine entsprechende Analyse kommt zu dem Ergebnis, dass viele Beschäftige an Muskel-Skelett-Erkrankungen leiden. Ursächlich sind mangelnde Bewegungsangebote und eine mangelnde Ausgestaltung der Arbeitsplätze.
Ein konkretes Ziel wäre demnach die Reduzierung der Muskel-Skelett-Erkrankungen durch eine ergonomische Arbeitsplatzgestaltung und Bewegungsangebote am Arbeitsplatz.

Bei der gezielten Maßnahmendurchführung ist darauf zu achten, dass selbige spezifisch und gesundheitsförderlich gestaltet sind. Der Zielerreichungsgrad findet im Rahmen der Evaluierung statt. Diese dient wiederum als Grundlage für das weitere Vorgehen.

BGM-Prozess in 5 Schritten:
Betriebliches Gesundheitsmanagement
BGM Prozess in 5 Schritten Schritten
  1. Strategie entwickeln
  2. Ist-Analyse
  3. Konzeption
  4. Maßnahmendurchführung
  5. Evaluierung

Eine offene Unternehmenskommunikation, die Partizipation der Belegschaft, individuelle und ressourcenorientierte Maßnahmengestaltungen sowie eine gemeinsame Wertebasis im Unternehmen sind Erfolgsfaktoren für diesen Prozess.

Das BGM lässt sich in drei Säulen unterteilen. Dem Arbeitsschutz, dem betrieblichen Eingliederungsmanagement und der betrieblichen Gesundheitsförderung. Die nächsten Beiträgen beleuchten die drei Säulen in Hinblick auf die rechtliche Verankerung, die Maßnahmenentwicklung und -durchführung sowie deren Evaluierung.

Betriebliches Gesundheitsmanagement

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BGM

BGM – Prozesse und Strukturen gesundheitsfördernd gestalten (1/6)

Wie können wir unsere Mitarbeiter langfristig gesund und leistungsfähig erhalten? (BGM als Ansatz)

Die langfristige Sicherung der Mitarbeitergesundheit und dessen Erhalt der Leistungsfähigkeit ist ein zentrales Thema in Unternehmen. Vor allem im Hinblick auf eine immer älter werdende Belegschaft rückt das Thema BGM mehr in den Fokus. Laut des DAK Gesundheitsreports, fanden mehr als die Hälfte der Arbeitsunfähigkeitstage (52,8%) im Jahr 2019 ihren Ursprung in den drei Diagnosegruppen: Muskelskelett, psychische Erkrankungen und Atemwegsleiden (vgl. https://www.dak.de/dak/download/dak-gesundheitsreport-2019-sucht-pdf-2073718.pdf (Zugriff 14.01.2021)). Doch wie kann ein Unternehmen auf die Gesundheit der Belegschaft Einfluss nehmen?

Das betriebliche Gesundheitsmanagement (BGM) kann dabei unterstützen die Gesundheit der Mitarbeiter zu erhalten und gehört inzwischen in vielen Unternehmen zu einer guten Unternehmenspolitik dazu. Das Leitbild einer guten „Work-Life-Balance“ hat fast jedes Unternehmen als Ziel formuliert. Doch ein ganzheitliches BGM zeichnet noch einiges mehr aus.

Es bietet einen ganzheitlichen Ansatz die Strukturen und Prozesse in einem Unternehmen gesundheitsförderlich zu gestalten. Dabei geht es nicht darum einzelne Maßnahmen durchzuführen, die einen kurzweiligen Erfolg versprechen, sondern vielmehr darum feste Strukturen und Abläufe zu schaffen, die gesundheitsschädliche Belastungen reduzieren und gleichzeitig Ressourcen zur Bewältigung von Belastungen aufbauen.

Welchen Nutzen hat ein Unternehmen durch die Einführung eines ganzheitlichen BGMs?
  • Steigerung und Erhalt der Leistungsfähigkeit
  • Stärkung der Mitarbeiterbindung bzw. Senkung der Fluktuation
  • Kostensenkung durch weniger Arbeitsunfähigkeitstage
  • Imageaufwertung des Unternehmens
  • Erhöhung der Mitarbeitermotivation
Welchen Nutzen bietet das BGM für Arbeitnehmer?
  • Verbesserung der Gesundheitskompetenz
  • Verbesserung der Work-Life-Balance
  • Erhöhung der Arbeitszufriedenheit
  • Verringerung der arbeitsbezogenen Belastungen
  • Erhalt und Zunahme des eigenen Wohlbefindens
  • Erhalt der Gesundheit

Das BGM bietet sowohl dem Unternehmen als auch der Belegschaft eine “Win-Win-Situation”. Doch wie lässt sich das BGM erfolgreich einführen und umsetzen?

In unserer kleinen Blog-Serie möchten wir Sie über die nächsten Monate hinweg mit unserer Arbeit vertraut machen. Wir zeigen Ihnen, wie unserer Meinung nach, ein ganzheitliches BGM funktionieren kann und welche Voraussetzungen dafür geschaffen werden müssen.


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